Wanderberichte

"Hochrhöner" - Osterwanderung - Hochrhönwanderungen 21.03.-24.03.08
aufgeschrieben von Manfred Krause

 

Liebe Wanderfreunde,


das diesjährige Osterfest war ein ganz besonderes. Bereits am 21.März war Karfreitag
und damit sehr früh. Seit 1830 war kein Osterfest so früh. Obwohl am 20.03. der
"Frühlingsanfang" auf dem Kalender stand, zeigte sich diesmal der Winter in aller Pracht.
Schon bei der der Anreise hatten wir mit dem Schnee und seinen Tücken zu kämpfen.
Das "Eisenacher Haus" war sprichwörtlich eingeschneit. Es war voll belegt und noch nicht alle konnten ihr Zimmer in Besitz nehmen. Aber wir stellten unsere Koffer in Beates & Walters Residenz ab und schon konnte es los gehen...

 

 


Beim obligatorischen Startfoto fing es wieder an zu schneien.
Zunächst mussten wir Frankenheim wieder erreichen. Da aber der Schnee so hoch war, konnten wir die Wegmarkierungen nicht mehr eindeutig erkennen. Im Hochmoor, noch vor Frankenheim, ging es dann nicht mehr weiter. Der Untergrund wurde sumpfig und so wechselten wir auf die Straße. Unser Ziel war es am ersten Wandertag das "Rote Moor" zu erreichen. Nach Frankenheim passierten wir die alten Sperranlagen der DDR Grenzer und kamen am "Schwarzen Moor" an. Hier war unsere erste Rast geplant. Im neu erbauten Imbiss Raum war das auch möglich und man brauchte seine eigene Verpflegung gar nicht auspacken.

 

 

Danach berieten wir uns über die weitere Wegstrecke.Die "normalen" Wanderwege konnten wir nicht mehr eindeutig erkennen und wir entschieden uns für den längeren Weg. Über die Straße. Inzwischen setzte ein Orkansturm ein. Im Schneegestöber begaben wir uns auf die "Hochrhönstraße" und...diese war gesperrt. Wegen heftigen Schneeverwehungen. Für uns war das gut. Plötzlich hielt ein Auto. Die Bergwacht erkundigte sich über unseren Weg und staunte nicht schlecht."Das muß man mal im Radio bringen, bei diesem Wetter laufen so viele Wanderer, diesen anstrengenden Weg. Alle Achtung. Das sind ja ca. 20km. Unglaublich !.."

 

 

 

 

Bis zum Parkplatz "Schornhecke" ging alles gut. Dann teilte sich die Gruppe, weil unser Senior Werner Seeliger ( 78 Jahre !!! ) seine Kraft nicht am ersten Tag voll verausgaben wollte. Richtig so. Der Rest überquerte den "Heidelstein" und kam wohlbehalten im Gasthaus am "Roten Moor" an. Nun konnten wir den Spruch des Tages aufheben:
"Willst du die Bergeshöhen erschließen, darfst du dir nichts ins Kehlchen gießen!"
Nach einer kurzen Rast wurden wir vom Chef des "Eisenacher Hauses", Herrn Lehmann, höchstpersönlich mit seinem Kleinbus abgeholt und sicher ins Hotel gebracht.
Beim abendlichen Schlemmer - Menü konnten wir aus verschiedenen Fischspezialitäten wählen. Es hat alles wunderbar geschmeckt.
Unser Aufenthaltsraum, das "Seifert-Eckert" Zimmer war während unserer Abendessen immer toll eingedeckt und die Gruppe saß in gemütlicher Runde ungestört zusammen.
Am Abend stand der Diavortrag über die "Geschichte des Eisenacher Hauses" auf unserem Programm. Herr Lehmann brachte gekonnt diese Geschichte den Hausgästen "herüber".
Mit einem gemütlichen Beisammensein beschlossen wir den ersten Wandertag.

 

 

Ostersamstag 22.03.08


Am darauf folgenden Ostersamstag wurden wir wieder mit einem Spruch des Tages begrüßt:
"Zieh nie am Berg die Schuhe aus, sonst nimmt das Rhönschaf gleich Reißaus!"
Die Verfasser der schönen Sprüche waren unsere Wanderpaten Renate & Wilfried Krüger.
Aber nicht nur das steuerten sie zum guten Gelingen unserer Wanderung bei.
Bereits am Anreisetag erhielt jeder Wanderfreund seine persönliche Wanderplanung in Form
einer bunten, liebevoll gestalteten Mappe. So etwas gab es bisher noch nie. Wird es vielleicht
auch nicht mehr geben...Alle waren beeindruckt. Aber auch die Organisation der Wanderung
lief perfekt ab. Obwohl wir so manches umstellen mußten, wurde alles bewältigt.
Auch die mitgebrachte Technik ( Musik nach Wunsch ) erfüllte alle Ansprüche. Leider konnten
wir die noch vorbereiteten Quiz Runden über den "Hochrhöner" aus Zeitgründen noch nicht
starten. Aber ich bin mir sicher, das wird noch kommen.
Deshalb liebe Wanderpaten, möchten wir Euch für alles recht, recht herzlich danken und den
Ehrennamen " Geprüfte Wanderführer in der Hochrhön " aussprechen.
Nach dem Frühstück begann unsere zweite Wanderung mit einem Transfer nach Oberweißenbrunn.

 

 


Leider mußten wir die Tagesstrecke leicht abändern. Der Winter stand vor der Türe! Teilweise
lagen auf unseren Wanderstrecken über 50cm Neuschnee. Es gab keine Orientierung mehr.
Am Gasthof "Mühlengrund" begannen wir die zweite Etappe mit einem kleinen Sektfrühstück.
Eingeladen hatten unsere Wanderfreunde Ingrid & Werner Seeliger. Der Anlaß war ihr 4. Hoch-
zeitstag. Da sich beide bei unseren zurückliegenden Wanderungen kennen lernten, haben alle
einen kleinen Anteil daran und wir feiern jedes Jahr, zu Ostern, gemeinsam diesen Tag.
Nun ging es zum Kreuzberg hinauf.

 

 


Der Sendemast, auf dem Kreuzberg, war schon von weitem zu sehen. Mit weiteren 200m überragte er den Gipfel des Kreuzberges, der ja auch mit seinen 928m Höhe zu den höchsten Bergen der Rhön zählt. Nach etwa 9km Wanderstrecke hatten wir das Tagesziel erreicht.
Nun erwartete uns das Flair des Klosters und natürlich das vielgeliebte schwarze Kreuzbergbier.
Trotz des relativ schlechten Wetters, waren viele Menschen hier hoch gekommen. Nach ca. 30
Minuten hatten wir die ersten Sitzplätze ergattert. Dann ließen wir es uns schmecken.
Das Kloster glich einem Bienenhaus. Menschen, Menschen, Menschen....

 


Deshalb ging es dann recht bald wieder in die Spur. Inzwischen schaute sogar die Sonne manchmal aus den Wolken. Unsere Wanderung führte uns wieder den gleichen Weg zurück. Eine Spur hatten wir ja schon. Auch der Rücktransport, zum Hotel, war wieder pünktlich.
Wer wollte konnte in die Sauna gehen und manche ließen sich das nicht zwei Mal sagen.
Dann kam das Abendessen.

 

Und welches...Candle-light-Gourmet-Menü:
Kaninchensülze an Schnittlauchschmand dazu frischer Salat in Orangen Nuss Dressing.
Rot au feu vom Lamm
Filet vom Lachs und Zander auf Paipirinschaum an Safrannudeln
Medaillions von Maispoularde auf Kerbel - Pilzragout und Herzoginkartoffeln
Österliches Überraschungsdessert


Diese Menü war spitze.Nichts für den Hobbykoch!
Während des zwei stündigen Essens sahen wir noch einmal die Wanderhöhepunkte
des vergangenen Jahres auf der Großleinwand. Wanderfreund Manfred Krause lieferte einen Teil der Technik, Wanderfreund Walter Engelhardt den Laptop und Wanderfreund Wilfried Krüger die passende Musik. Nach dem gemütlichen Beisammensein wurde auch dieser Tag erfolgreich abgeschlossen.

 

Ostersonntag 23.03.08
Nun am Ostersonntag lautete der Spruch des Tages:
" Ist dir dein Rucksack viel zu schwer, dann setz dich nieder und friss ihn leer!"
Nach dem Transfer in die Nähe des "Roten Moores" ging es für die ersten Wanderer
durch einen zauberhaften Winterwald zur "Fuldaquelle".

 


Dort trafen wir uns und bestiegen die legendäre "Wasserkuppe" mit ihren immerhin 950m
Höhe. Nun waren wir schon 21 Wanderer in unserer Gruppe.
Der Berg empfing uns mit dem, was er am besten kann. Nebel! Und was für welcher.
Mehrere Versuche unsere Richtung zu bestimmen, schlugen fehl. Die Schneehöhe war an manchen Stellen bis zu 100cm (!) Das Wandern stellte höchste Anforderungen an alle Teilnehmer. Aber es wurde geschafft.
Ein besonderer Trick half uns dabei. Die Wanderfreunde Ingrid & Reinhard Müller hatten erst
kürzlich, bei ihrem Winterurlaub, etwas besonders gelernt.Schneeschuh laufen.Nein keine Skier! Sondern richtige Schneeschuhe.Diese hatten sie im Hotel ausgeliehen und uns so den Weg sprichwörtlich "frei gemacht". Vielen Dank für diese gute Idee.

 

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Unsere erste Einkehr war auf der "Enzianhütte" vorgesehen und wurde auch eingehalten. Unsere bestellten Plätze waren sehr begehrt und nach einer kurzen Rast ging es weiter. Natürlich durfte auch ein richtiger "Enzian" nicht fehlen.

 

 

 


Die Wanderung wurde danach fortgesetzt und wir erreichten später das bekannte "Grabenhöfchen". Am Ende der Tour wurden wir wieder vom "Chef" zurück geholt und ein erholsamer Saunagang sorgte für Entspannung am Wandertag.
Das obligatorische Schlemmerbüfett, am Abend, brachte alle verloren gegangenen Kalorien wieder dahin zurück wo sie mal waren. Es schmeckte einfach ausgezeichnet.
Der letzte Abend war wieder ein ganz besonderer.
Unsere zwei Wanderfreunde Manfred Strube und Günther Ehrentraut kamen auf direktem Weg aus dem Himalaja zu uns. Sie gehörten eine Trekkingtour an, die von unserem Wanderfreund Klaus Martin Luther vorbereitet und geführt wurde. Auch unsere Wanderfreunde Roswitha & Helmar Zörner aus Hämbach gehörten dieser Gruppe an.
Sie kamen nach ihrer über 24 stündigen Reise zu uns und erzählten uns ihre abenteuerlichen Reiseeindrücke. Nepal, wo jeder Wanderer einmal davon träumt, in diesen Regionen zu laufen.
In der Nähe der höchsten Berge der Welt lernten sie Natur, Menschen und Gebräuche kennen.
Man konnte während des Vortrages eine Stecknadel zu Boden fallen hören. So aufmerksam lauschten alle. Die mitgebrachten Fotos, auf Großleinwand gespielt, übermittelten unvergessliche Eindrücke bei uns allen.
Beim gemütlichen Beisammensein und Freude über die gesunde Wiederkehr unserer Berghelden schloß der letzte Wandertag seine Pforten.

 


Der letzte Spruch des Tages stand am Ostermontag fest:
"Legt die Wandersfrau die Hügel frei, dann Wandersmann eil schnell herbei!"


In diesem Sinne verabschiedeten wir uns nach dem Frühstück und trafen uns zum letzten Fototermin vor dem "Eisenacher Haus".
Mit einem Dank an alle verabschiedeten wir uns. Die nächste Wanderung steht schon fest.
Gemeinsam wollen wir im ersten Halbjahr 2008, die ca. 240 Wanderkilometer, des "Hochrhöners" zurücklegen und neben dem sportlichen Teil auch genügend Erholung finden.